Was ist der Mandela Effekt?

Es hört sich positiv an und klingt nach Farbe, Freude und Mandalas. Allerdings ist etwas anderes gemeint. Eher die politische Richtung. Um die Frage nicht plump zu beantworten, bedarf es weitere Fragen, Fakten und Konkretisierungen. Wer ist denn eigentlich Mandela und was hat das mit dem Effekt zu tun?

Nelson Mandela

Mandela Effekt
© Frederic Muller / Shutterstock.com

Ein südafrikanischer Aktivist und der erste schwarze Präsident dieses Landes, der am 5. Dezember 2013 verstarb und das an einer Lungenentzündung. Klingt gewöhnlich, allerdings nicht für die Menschen, deren Überzeugung es ist, von seinem Tod schon in den 1980er Jahren gehört zu haben. Verfolgt im Fernsehen. Und um Verschwörungstheorien geht es auch bei dem Mandela-Effekt, der nach dem politischen Oberhaupt Südafrikas benannt ist. Aber warum? Dazu sollte man kurz, aber nicht langweilend, etwas näher in den Lebenslauf des engagierten Afrikaners schauen.

Was überzeugte Mandela?

Die Popularität erlangte er natürlich durch die Präsidentschaft von Südafrika, die er 1994 bis 1999 innehatte. Zuvor erlangte er allerdings keine guten Zeiten, denn er musste wegen der Aktivitäten gegen die Apartheidpolitik in seiner Heimat insgesamt 27 Jahre in Haft verleben. Durch diese beiden Erfahrungen, politisch und inhaftiert, wurde er zum Freiheitskämpfer. Zu einem Demonstrant der gegen Unterdrückung und die Soziale Ungerechtigkeit einen Kampf führte. Dabei erhielt er von 1981 bis 2018, fünf Jahre nach seinem Tod, sämtliche Preise. U.a. im Jahr 1993 den Friedensnobelpreis. Der Aktivist gilt als Verbindung zwischen einem homogen und demokratisch orientiertem Staatswesen in Afrikas Süden und der Apartheid.

Die Apartheid

An Mandelas Tun gliederte sich zunächst die Apartheid, die auch den Mandela Effekt bestärkt. Um den Zusammenhang zu verstehen, soll Dir kurz erläutert werden, was das ist. Apart bedeutet ja „ reizvoll, ungewöhnlich und pikant“ in positive und negative Richtungen. Vor allem aber wird das Wort eindrucksvoll mit etwas Vornehmen verbunden. Die zwei Richtungen in Pro und Contra nähern sich der Gliederung des Begriffes in die Rassentrennung in Südafrika. In Schwarz und Weiß sozusagen. Die Weißen herrschten hier vor und die Hochphase dieser Periode erreichte ihre Blütezeit in den 1940er bis 1980er Jahren, endete 1994 nachdem Mandela Präsident wurde. Er erreichte damit einen perfekten Übergang zur Präsidentschaft durch die vorherige Vita und konnte den Manela Effekt weiterführen, der sich zum Namen entwickelte. Obwohl er eigentlich nur deshalb einer negativen Behaftung verschrieben ist, weil es um Außergewöhnlichkeit geht, was der Apartheid auch in ihrem Namen gleicht.

Grauzone der Erinnerungen

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Überträgt man die unterschiedlichen Meinungen und „Teekessel“ von Schwarz und Weiß in eine Wort mit gleicher Bedeutung, wie dem der Apartheid auf den Alltag und damit auf Mandelas tun, nennt sich das Mandela Effekt. Ein reales Beispiel, damit Du diese Effekt verstehst, findet sich ganz einfach im Wiedergeben von Erinnerungen. Jedes Mal, wenn wir etwas erzählen, verfärbt sich nach wissenschaftlicher Erkenntnis, die Erinnerung und es wird ein Detail falsch wiedergegeben. Bewusst erfahren wir das nicht. Aber das ist der Mandela Effekt. Eine Lüge im Alltag, die keine ist, weil sie nicht negativ oder bewusst geplant war, aber zur Unterhaltung und Erinnerung beiträgt. Sich aber kreativ erweitert durch die „Stille Post“. Wir erinnern uns und sind der Meinung, dass es genau so war, wie wir erzählen. Sehen wir nach, soweit möglich, war es aber anders. Z.B. in Szenen im Film oder auf Plakaten. Kennst Du das?

Du gehst jeden Tag an einem Schaufenster vorbei in dem ein gewisser Stand als Reklame am Rand aufgeklebt ist und kannst Dich nicht an die Farbe erinnern, obwohl Du meinst, es sei ein blauer Rahmen? Dunkelblau? Dann gehst Du hin und er ist hellblau oder blassgelb. Wir nehmen Dinge, die uns nicht wichtig sind, nicht so intensiv wahr wie Sachen, die von Interesse zeugen in unserem Hirn. Z.B. ein plötzlicher Unfall oder Sturz eines Passanten vor dem Schaufenster. Und schon sind wir abgelenkt. So verhält es sich auch mit dem Mandela Effekt.

Der Effekt von Mandela in seinen Fakten und Entdeckern

Es geht um kollektives, also gemeinschaftliches Erinnern an geschichtliche Fakten. Das, was zuvor beschrieben wurde, konkretisiert sich in historischen Ausführungen, die falsch wiedergegeben werden. Allerdings nicht bewusst, weshalb ich den volkstümlichen Wortlaut bzw. die Mundpropaganda, dass der Mandela Effekt eine Verschwörungstheorie sei, falsch finde. Schließlich war Mandela alles Andere als ein schlechter Mensch und das, was wir unbewusst falsch wiedergeben ist auch nichts Schlechtes. Damit richtet sich der Mandela Effekt in die Pro-Zone. Der Begriff wurde u.a. von Fiona Broome ins Leben gerufen und das im Green Room des Dragon Con.

Hier war man sich einig, dass Nelson Mandela in den 1980er Jahren im Gefängnis verstarb. Allerdings sagen die Geschichtsbücher über den Bürgerrechtler etwas ganz anderes aus, nämlich dass er 2013 verstarb, so, wie es auch in allen Büchern zu finden ist. Interessant ist aber immer, dass man der Gruppe glaubt. Auch dann, wenn es um geschichtliche Fakten geht. Keiner will dann etwas überprüfen, sondern glaubt dem, dem er vertraut.

Weitere Erklärungen und Ausführungen

In der Theorie heißt es, dass alle Vorfälle durch Paralleluniversen zu erklären seien. Soweit die Verschwörungstheoretiker, die nicht davon sprechen, etwas falsch wiederzugeben, sondern davon, dass es zwei Welten gibt. Na gut, jeder lebt mal in der eigenen Welt. Einer mehr, einer weniger. Allerdings sollen hier Realitäten entstehen, die erlauben, dass Mandela im Beispiel seiner Selbst in den 80ern und 2013 starb. Unstreitbar. Ein Effekt der Parallelwelten. Das ist allerdings Parapsychologie. Aber immerhin gibt es die ja auch. Wie spirituelle der Mandela Effekt ist lässt sich nicht klären. Menschen wie Fiona Broom wollen empirisch die zwei Welten beweisen. Ein Fluss, der sich nicht aufhalten lässt und keinen schädigt, der sowieso schon daran festhielt.

Unter anderem geht die These auf die Vielen-Welten-Interpretation, die der Quantenphysik entstammt. Erfunden wurde sie von Hugh Everett, der davon redet, dass es Zeitstrahlen und Quantenereignisse gibt, wodurch die Welt in dutzende Möglichkeiten und Ereignisse unterteilt wird, was mehrere historische Wiedergaben und Fakten ermöglicht.

Fazit

Der Mandela Effekt ist hübsch, spannend und motivierend umstritten. Empirisch bewiesen ist er nicht, was keinen schädigt, der dran glaubt. Allerdings sagen Wissenschaftler jetzt schon, dass die Meinungen aus einer gehirnlichen Fehlfunktion resultieren. Wir können uns eben nicht ständig ganz genau erinnern, sondern leben mit Bildern, sog. Assoziationen. Ein Spinnennetz an Ereignissen bildet sich. Am Ende heißt es: Wer dran glauben will, soll es tun und wer nicht, der darf weiter forschen.